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wurden im Bereich der öffentlichen Er-

schließungen eingesetzt. Dabei wurden

unter anderem die Gehwege und Straßen-

beleuchtung an allen acht vom Markt

abgehenden Straßen erneuert sowie die

Freifläche am Carolinum, der Christian-

Daniel-Rauch-Platz, der Markt, der Hafen

und die bebaute östliche Uferzone des

Zierker Sees neu gestaltet.

Im Rahmen der Erneuerung von Straßen,

Wegen und Plätzen wurden ebenfalls die

Kanalisation und Versorgungsmedien er-

neuert.

Zur Lebensqualität in der Innenstadt ge-

hören Kindertagesstätten, Schulen, Be-

gegnungsstätten, Pflegeeinrichtungen,

Handel und Dienstleistungen, Gastronomie

und Kulturstätten. Die Stadt, soziale Träger

und andere Eigentümer haben dabei eine

breite Palette baulich integrierter Angebote

geschaffen, indem sie Nutzungen für alte

Gebäude gesichert beziehungsweise neu

eröffnet oder behutsam bauliche Ergänzun-

gen vorgenommen haben. Beispiele dafür

sind die Regionale Schule „Jawaharlal Neh-

ru“, die Evangelische Grundschule, die Dia-

konie-Kita „Marienkäfer“, das Borwinheim,

die ehemalige Kaserne, die Kreismusikschu-

le, das Kulturquartier und die Speicher am

Stadthafen. Im Neubausegment sind das

Pflegeheim „Kurt Winkelmann“, das Mehr-

generationenhaus, die Strelizer Straße 2–4

und Markt 10 zu nennen.

Durch den Stadtsanierungsprozess hat die

historische Innenstadt ein neues Image

gewonnen. Gute Bedingungen für das

Wohnen, Arbeiten, Lernen, die Nahversor-

gung, für das soziale und kulturelle Leben,

kurze Wege und gute Erreichbarkeiten

machen das Zentrum für Einwohner und

Gewerbetreibende interessant. Der Bevölke-

rungsrückgang konnte nicht nur gestoppt

werden, sondern die Einwohnerzahl ist real

gestiegen. Das alte Stadtzentrum ist zum

jüngsten Stadtteil geworden; hier leben

zurzeit die meisten Kinder und Jugend-

lichen.

Die weitgehend restaurierte Innenstadt mit

ihren Sehenswürdigkeiten, dem kulturellen

Spektrum, Übernachtungsmöglichkeiten

und Angeboten für den Aktivurlaub zieht

viele Touristen an. Das städtebauliche Drei-

eck Markt – Schlossgarten – Hafen ist zu

einem wichtigen kulturtouristischen Erleb-

nisbereich für Besucher geworden.

Die Revitalisierung der Innenstadt ist

nicht abgeschlossen, sondern muss in den

nächsten Jahren zielorientiert fortgesetzt

werden, damit die spürbar positiven Effekte

nachhaltig gesichert und die noch vor-

handenen städtebaulichen Missstände

beseitigt werden können. Vor dem Hin-

tergrund der verstärkten Wohnungsnach-

frage und der erforderlichen Reduzierung

von Leerstand im Altbaubereich behält der

bewährte Grundsatz „Modernisierung vor

Neubau“ seine Gültigkeit. Daneben müssen

sich auch hier Stadtgestaltung und Städte-

bau den Herausforderungen des Klima-

schutzes, der Bevölkerungsentwicklung und

der Daseinsvorsorge stellen. Darauf sind das

2016 fortgeschriebene Integrierte Stadtent-

wicklungskonzept und das Leitbild der Stadt

Neustrelitz ausgerichtet.

Die Bundes- und Landespolitik ist gefordert,

die Kommunen durch eine bedarfsorien-

tierte Ausgestaltung der Städtebauför-

derung und weitere Finanzierungs- und

Fördermöglichkeiten weiterhin zu unter-

stützen.