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In den vergangenen 25 Jahren hat unsere

Neustrelitzer Innenstadt ihr Gesicht verän-

dert. Es ist gelungen, den baulichen Verfall,

der Ende der 1980er Jahre seinen traurigen

Höhepunkt erreicht hatte, zu stoppen. Das

unmittelbar nach der deutschen Wiederver-

einigung aufgelegte Städtebauförderungs-

programm des Bundes und der Länder hat

wichtige finanzielle Voraussetzungen für

die Rettung unserer historischen Bausub-

stanz geschaffen. Neustrelitz gehörte 1991

zu den ersten Städten in Mecklenburg-

Vorpommern, die von diesen klugen und

weitsichtigen politischen Rahmenbedin-

gungen profitieren konnten.

Dass heute in unserem 118 Hektar großen

Sanierungsgebiet „Stadtdenkmal Neustre-

litz“ so viel vom alten Glanz der Residenz-

stadt wieder sichtbar ist, verdanken wir

den Eigentümern, die von Beginn an ein

Interesse und eine Verantwortung für

den Erhalt historischer Gebäude gespürt

und sich deshalb für ein Engagement in

der Innenstadt entschieden haben. Damit

kamen zunächst viele Anforderungen auf

sie zu: auf Ankauf oder Rückübertragung

warten, Nutzungskonzepte entwickeln,

den richtigen Architekten finden, Belange

des Denkmalschutzes und Finanzierungs-

fragen klären, diverse Anträge stellen, nicht

wenige Behördengänge unternehmen und

sich den zahlreichen Unwägbarkeiten einer

Altbausanierung stellen. Mit der geglück-

ten Fertigstellung eines Projektes und der

berechtigten Freude darüber haben sich

Aus Verantwortung für unsere Baukultur

hoffentlich viele Mühen und auch manches

auftretende Hindernis relativiert.

Zu Recht und mit großem Stolz können wir

die Erneuerung unserer Innenstadt, bei der

Sanierung die erste Wahl ist, als Erfolgs-

geschichte betrachten. Vielfältiges neues

Leben ist in unser historisches Zentrum

eingekehrt. Die Förderung trägt dazu bei,

dass in der Innenstadt bezahlbarer Wohn-

raum zur Verfügung steht. Es gibt bewun-

derungswürdige Lösungsbeispiele für

denkmalgerechte und zugleich zeitgemäße

Sanierungen. Parallel hat die Stadt die Er-

neuerung des Straßen-, Wege- und Kanal-

netzes vorangetrieben. Die Wohnqualität

ist gestiegen und die Menschen leben und

arbeiten wieder ganz bewusst und gern

hier. Touristen entdecken unsere Stadt, die

täglich schöner wird, und drücken viel Lob

dafür aus.

Anfangs als Stadtvertreter, dann als Bürger-

meister, habe ich den bisherigen Prozess

der Stadtsanierung im Rahmen der Städte-

bauförderung über die Jahre mit begleiten

dürfen. Ein enges und gutes Miteinander

von Stadtverwaltung, Stadtvertretung,

Bauherren und Sanierungsträger war uns in

Neustrelitz dabei immer wichtig. Das Enga-

gement der Architekten, Planer, Berater, der

Mitarbeiter in unserer Stadtverwaltung und

aller beteiligten Behörden, des Sanierungs-

trägers und nicht zuletzt der Beitrag aller

Stadtvertretungen in den einzelnen Legisla-

turperioden sind hoch zu schätzen.

Die Stadterneuerung hatte und hat in Neu-

strelitz hohe Priorität.

Andreas Grund

Bürgermeister der Stadt Neustrelitz

Dieses Buch soll die eindrucksvolle Bilanz

illustrieren, die alle Beteiligten in Neustre-

litz nach 25 Jahren Städtebauförderung

ziehen können. Neben einem allgemeinen

Überblick zeigt es jahrgangsweise aus-

gewählte Beispiele für Sanierungen im pri-

vaten und öffentlichen Bereich. Beides ist

eingebettet in eine Bilddokumentation, mit

der wir alle bis August 2016 abgeschlos-

senen privaten Modernisierungen würdigen

möchten.

Mit dieser Dokumentation bedankt sich die

Stadt Neustrelitz bei allen Bauherren, die

seit 1991 Projekte in unserer Innenstadt

umgesetzt und hier investiert haben.

Ich hoffe und wünsche mir, dass das bisher

Erreichte Nachahmer findet, dass sich auch

weiterhin Bauherren mit Sinn für unsere

Baukultur, für die vielen schönen Details

und überlieferten Materialien in unserer

einzigartigen Stadtanlage einsetzen. Was

wäre Neustrelitz ohne den Charme seiner

historischen Bauwerke! Und was wäre

Neustrelitz ohne die Verbundenheit der

Menschen mit dieser Tradition!

Neustrelitz, im November 2016

Andreas Grund

Bürgermeister